Montag, Februar 9, 2026

Wie das Wasser nach Hamburg kam: Die Geschichte des städtischen Wasserleitungsnetzes

In der Geschichte gibt es Beispiele, bei denen die Einführung eines städtischen Wasserleitungsnetzes das Leben der Bürger erheblich beeinflusste. Denn es geht nicht nur um Sauberkeit und Komfort, sondern auch um Gesundheit. Die Geschichte des Wasserleitungsnetzes in Hamburg ist lang und begann mit der Elbe. Mehr auf hamburgfuture.eu.

Wurde Wasser bestellt?

Die erste regelmäßige Wasserversorgung in der Stadt entstand erst im 14. Jahrhundert. Zuvor mussten die Hamburger nach kreativen Wegen suchen, um an Wasser zu gelangen. In geeigneten Orten wurden Brunnen gegraben, aus denen Wasser geschöpft und zu den Haushalten geliefert wurde. Wer sich die Wasserlieferung nicht leisten konnte, musste selbst Wasser aus den Brunnen holen oder Regenwasser sammeln. Bemerkenswert ist, dass die Wasserträger in Hamburg Frauen waren.

Die ersten Wasserleitungen bestanden aus Baumstämmen. Sie führten von Feldquellen in der Gärtnerstraße in Altona. Von diesen Quellen gelangte das Wasser zu Privathäusern. Bereits 1430 existierte ein ganzes System von Quellen, die das städtische Wasserleitungsnetz speisten.

Die ersten Wasserleitungsanlagen

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstanden in Hamburg die Alsterwasserkünste, die ersten Wasserleitungsanlagen. Gleichzeitig begann man, Flusswasser zu nutzen. Die Alster, die die Stadt durchfloss und in die Elbe mündete, bot eine ideale Wasserquelle.

Es wurde ein Damm und ein Reservoir gebaut. Hamburger Ingenieure entwickelten ein System zur Wasserentnahme und -verteilung. Zunächst wurde das Wasser nur wohlhabenden Familien geliefert, da dies ein kostspieliges Vergnügen war. Arme Menschen mussten weiterhin Wasser in Eimern tragen. 1535 wurde am Niederdamm eine weitere Station errichtet.

Abwasser und Hygieneprobleme

Obwohl die erste Wasserleitung bereits im 16. Jahrhundert gebaut wurde, kam die Kanalisation viel später. 1828 entwarf ein englischer Ingenieur am Ufer der Alster die Felsenwasserkunst. Bis dahin wurden alle Abwässer, sowohl häusliche als auch industrielle, zurück in den Fluss geleitet. Besonders die zahlreichen Textilfabriken verursachten erhebliche Verschmutzungen und führten zu Krankheiten wie der Cholera.

Die erste wassertechnische Station arbeitete zunächst mit Pferdekraft und ab 1832 mit Dampfmaschinen. Während des großen Stadtbrands 1842 zeigte sich, dass das Wasserleitungsnetz nicht ausreichte, um die Feuerwehr zu unterstützen.

Erste Kanalisation

Der Stadtbrand führte zur Modernisierung des städtischen Wasserleitungsnetzes. Mitte des 19. Jahrhunderts umfasste die Stadt etwa 750 Quadratkilometer. Mit den neuen Stadtteilen wurden auch neue Leitungen verlegt. Das neue System sollte sowohl die Wasserversorgung als auch die Abwasserentsorgung gewährleisten. Hamburg übernahm Erfahrungen aus England, das als erstes Land unterirdische Kanaltunnel einführte.

Die erste Kanalisation wurde 1842 begonnen und ein Jahr später in Betrieb genommen. Die Abwässer flossen direkt in die Elbe, was unangenehme Gerüche in der Stadt reduzierte, aber bei Flut zu Überschwemmungen führte. Englische Ingenieure lösten das Problem durch den Einbau von Schleusenklappen.

Fortschritt im 19. Jahrhundert

Bis 1854 war der Anschluss an die Kanalisation freiwillig. Ab 1875 war er gesetzlich vorgeschrieben. Die Wasserleitungen wurden aus gebrannten Ziegeln gebaut. In Rothenburgsort wurde eine Pumpstation errichtet, die Wasser aus der Elbe in Klärbecken pumpte. Von dort gelangte es in oberirdische Reservoirs und anschließend in die Wasserleitung.

Die erste öffentliche Badeanstalt Europas wurde 1855 in der Steinstrasse eröffnet. Später folgten öffentliche Bäder und Waschhäuser, die für Hygiene sorgten.

Herausforderungen und Modernisierung

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung Hamburgs, und die Wasserversorgung musste ausgebaut werden. Es entstanden neue Wasserreservoirs und Methoden zur Wasserreinigung. In den 1890er Jahren wurden neun Millionen Reichsmark für den Bau eines Klärwerks auf der Halbinsel Kaltehofe bereitgestellt. Trotz dieser Bemühungen führten Vernachlässigungen bei der Wasserfiltration zu erneuten Cholera-Ausbrüchen.

20. Jahrhundert bis heute

Nach der Zerstörung während des Zweiten Weltkriegs war der Wiederaufbau des Wasserleitungsnetzes eine Priorität. 1924 wurde das Hamburger Wasserleitungsnetz verstaatlicht, was eine strengere Kontrolle ermöglichte. Ende des 20. Jahrhunderts führte Hamburg Grundwasser als Hauptquelle ein und löste viele Qualitätsprobleme.

Heute verfügt Hamburg über ein modernes Wasserleitungsnetz, das auf innovativen Methoden der Wasserreinigung und Abwasserentsorgung basiert.

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