Montag, Februar 9, 2026

Technikwunder – das erste Telefon in Hamburg

Das 19. Jahrhundert wird als Epoche großer Entdeckungen bezeichnet. Alle grundlegenden Annehmlichkeiten der Zivilisation wurden in dieser Zeit erfunden. Der Weg zur Popularisierung und Erfindung der Telefonkommunikation verlief in jedem Land ähnlich: Post – Telegraph – Telefon. Doch Hamburg konnte sich trotzdem hervorheben. Mehr dazu auf hamburgfuture.eu.

Am Anfang war der Brief

Der erste Weg zur Übermittlung von Informationen über lange Distanzen war die Post. Es begann mit Brieftauben, später kam die Pferdepost. Der erste regelmäßige Postdienst in Hamburg entstand 1622.

Die ersten Briefträger brachten Briefe zwischen Hamburg und Lübeck. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde die Post bereits mit Kutschen im gesamten Land transportiert. In Hamburg entstanden jedoch relativ spät Postfilialen. Es gab mehrere lokale Unternehmen, aber keine zentrale Poststelle.

An der Neuen Wallstraße gab es eine Postfiliale, von der aus Briefe im In- und Ausland verschickt werden konnten. Für Schweden, Dänemark, Preußen und Norwegen gab es eigene Poststellen. Das war jedoch nicht besonders praktisch, da man nicht einfach zu einer Poststelle gehen und einen Brief überallhin schicken konnte. Jede Region hatte ihren eigenen Postdienst und ihre eigene Filiale. Aufgrund dieser Verwirrung gingen Briefe oft verloren oder die Briefträger erreichten ihr Ziel nicht. Solche Probleme und der hohe Zeitaufwand führten zur Erfindung eines neuen Kommunikationsmittels – des optischen Telegraphen.

Von der See an Land

Der erste, der vom optischen Telegraphen erfuhr, war Johann Ludwig Schmidt aus Altona, ein bekannter Unternehmer. Die neue Erfindung interessierte ihn, da sie seinem Geschäft zugutekommen konnte. Er sah darin auch Vorteile für andere Geschäftsleute.

Die erste Telegraphenlinie wurde 1837 gebaut. Im selben Jahr wurden Semaphoren in sieben Städten in der Nähe Hamburgs installiert. Ein Jahr später wurde eine Telegraphenverbindung mit dem Hamburger Hafen hergestellt.

1842 ereignete sich in Hamburg ein großes Ereignis – der Große Brand. Der Telegraph ermöglichte es den Hamburgern, schnell Rettungskräfte zu rufen und das Ausmaß der Zerstörung einzudämmen.

1848 baute Alexis de Chateauneuf einen Telegraphenturm, der später zu einer der wichtigsten Touristenattraktionen der Stadt wurde. Die ungewöhnliche Architektur des Turms konnte dem Telegraphen jedoch keinen guten Dienst leisten, da für seine Funktionalität eine bestimmte Höhe erforderlich war.

Der erste Telegraph in Hamburg funktionierte nach einem interessanten Prinzip. Jedem Buchstaben des Alphabets war ein bestimmtes Signal zugeordnet. Von Telegraph A wurden Signale mithilfe von Seilen gesendet, und in Telegraph B wurden diese Signale durch ein Teleskop gesammelt und mit einem alphabetischen Schlüssel verglichen. Das erinnerte in gewisser Weise an den Morsecode, bei dem ebenfalls jedes Zeichen einem Buchstaben zugeordnet war. So wurde eine Nachricht von einer Telegraphenstation zur nächsten weitergeleitet. Bei schlechten Wetterbedingungen war die Kommunikation jedoch schwierig. An klaren Tagen konnte die Übermittlung einer Nachricht mehrere Stunden dauern.

Fortschritt und Habgier

1847 wurde der elektrische Telegraph erfunden, der seinem Vorgänger in vielerlei Hinsicht überlegen war. Schmidt, der den Telegraphen in Hamburg verbreitete, verhinderte auf jede erdenkliche Weise die Einführung des elektrischen Telegraphen, da er massive Verluste fürchtete.

Schmidt griff zu ungewöhnlichen Maßnahmen und verbreitete Gerüchte, dass elektrische Drähte Trockenheit verursachen und die Bildung von Regenwolken beeinflussen könnten. Diese Tricks brachten ihm jedoch keinen Erfolg, sondern schufen nur Probleme für die örtliche Polizei und die Bauern. Der elektrische Telegraph blieb bis 1881 in Betrieb.

Der erste Telefonanruf in Hamburg

Der erste Telefonanruf in Hamburg erfolgte zwischen der Redaktion der „Hamburger Korrespondenz“ und der nahe gelegenen Börse am 18. April 1881.

Einige Hamburger standen der Neuerung skeptisch gegenüber. Um allen zu beweisen, dass das Telefon funktionierte, lud die Redaktion den Opernsänger Eugen Gura ein. Er sang eine Arie, die am anderen Ende der Leitung klar und deutlich zu hören war. Die Hamburger akzeptierten die neue Erfindung allmählich, viele konnten jedoch nicht glauben, dass so etwas überhaupt möglich war.

Das Telefon wurde 1861 erfunden. Philipp Reis war der Erste, der herausfand, wie man Stimmen über elektrische Drähte überträgt. Alexander Graham Bell konnte die Idee jedoch erst zur Vollendung bringen.

Trotz anfänglichen Zweifels der Bürger stellte Hamburg Rekorde auf bei der Anzahl der Einwohner, die ein Telefon anschließen wollten – darunter sowohl Privatpersonen als auch große Unternehmen und Büros.

Der Beginn der Telefonisierung

In Hamburg funktionierten die ersten Telefone ähnlich wie in anderen Ländern. Der Teilnehmer drückte einen Knopf zu Hause, wurde mit der Telefonzentrale verbunden, und die Telefonistinnen stellten die Verbindung her. Hamburg hatte jedoch eine Besonderheit: Während in anderen Ländern meist Frauen als Telefonistinnen arbeiteten, waren es in Hamburg zunächst ausschließlich Männer. Später übernahm man jedoch die Praxis anderer Länder und stellte Frauen ein.

Ende des 19. Jahrhunderts war das Telefon in Hamburg teuer. Die jährlichen Kosten beliefen sich auf 200 Mark, etwa 17 Mark pro Monat, was für viele Hamburger unerschwinglich war. Das durchschnittliche Monatsgehalt betrug nur 50 Franken, und fast die Hälfte davon für ein Telefon auszugeben, war zu teuer.

Dennoch wuchs die Zahl der Telefonanschlüsse in Hamburg weiter. 1910 wurde ein neues Gebäude der Telefongesellschaft an der Schlüterstraße eröffnet. Pro Monat wurden 1,4 Millionen Anrufe innerhalb Hamburgs und über 300.000 ins Ausland getätigt. Anfang des 20. Jahrhunderts war Hamburg die am meisten telefonisierte Stadt der Welt.

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