Wenn man von Schlössern spricht, denkt man unweigerlich an Europa, insbesondere an Deutschland. Im 21. Jahrhundert ist Hamburg eine moderne Stadt geworden. Dennoch gibt es dort noch Orte, die von Geschichte durchdrungen sind. Einer dieser Orte ist das Schloss Bergedorf – das letzte vollständig erhaltene mittelalterliche Schloss. Es ist ein wunderbarer Ort, um ein Stück der Geschichte Hamburgs zu entdecken. Mehr auf hamburgfuture.eu.
Ein Geheimnis mit sieben Siegeln
Das Schloss Bergedorf ist so alt, dass seine Ursprünge nur schwer nachvollziehbar sind. Historische Fakten und Dokumente sind kaum erhalten geblieben. Historiker mussten die Geschichte dieses Bauwerks mühsam aus Bruchstücken zusammensetzen.
Erste Erwähnungen des Gebäudes stammen aus dem 14. Jahrhundert. Wissenschaftler bringen den Bau des Schlosses mit der Stauung des Flusses Bille in Verbindung. Im Jahr 1208 baute Graf Albrecht von Orlamünde einen Damm an diesem Fluss und errichtete eine Mühle. Historiker gehen davon aus, dass aus diesen Mauern, dem Wassergraben und der Brücke das Schloss Bergedorf entstand.
Damals war der Bau typisch für Flachlandburgen: ein massiver Turm, ein Wohnhaus, Wirtschaftsgebäude, ein Stall und ein Brunnen.
Bis 1420 diente das Gebäude als zeitweilige Residenz der Herzöge von Sachsen-Lauenburg. Ab 1420 kamen das Schloss und Hamburg unter die Herrschaft Bergedorfs. Das Schloss wurde zu einem wichtigen Verwaltungsgebäude und erhielt den Namen „Schloss Bergedorf“. Ursprünglich als Teil einer Mühle gebaut, wurde es später zum Zentrum des städtischen Lebens. Ab 1868, nach Änderungen der Hamburger Grenzen, beherbergte das Schloss ein Gericht, die Polizei und die lokale Verwaltung.

Wie das Schloss zum Museum wurde
Das Schloss Bergedorf war lange Zeit ein Verwaltungsgebäude. Erst 1951 begann man, dort ein Museum einzurichten. Auch auf dem umliegenden Gelände wurde das Freilichtmuseum Rieck-Haus eröffnet. Das Gebäude und die angrenzenden Flächen wurden zu einem großen Museumskomplex mit einer landschaftlichen Komponente.
Das Museum hat einen historischen Schwerpunkt, was nicht überrascht. Die Ausstellungen des Museums enthüllen die Geheimnisse der Geschichte Hamburgs und der Region. Eine Dauerausstellung gibt es nicht, die Exponate wechseln jährlich und beleuchten jedes Mal neue Aspekte der Regionalgeschichte. Lokale Künstler stellen regelmäßig historische Werke im Museum aus.
Neben den Ausstellungen finden im Schloss verschiedene kulturelle Veranstaltungen statt. Im Sommer wird im Innenhof ein kostenloses Freiluftkino veranstaltet. Das Schloss kann auch für private Feiern, einschließlich Hochzeiten, gemietet werden. Manche halten das für unangemessen, aber es ist eine hervorragende Möglichkeit, zusätzliche Einnahmen für den Erhalt des Schlosses und des Museums zu erzielen. Im Erdgeschoss befindet sich zudem ein Café.

Beschreibung der Architektur
Neben dem Schloss ist auch der Wassergraben erhalten geblieben, der im 13. Jahrhundert gebaut wurde. Das Schloss selbst ist ein vierflügeliges Gebäude. Der Erhaltungszustand ist darauf zurückzuführen, dass das Schloss schrittweise erweitert wurde. Zwei Flügel des Schlosses wurden im 17. Jahrhundert errichtet. Die architektonischen Stile änderten sich mit den Besitzern. Zwei Flügel sind im Stil der Gotik und der Backsteinrenaissance gehalten. Außerdem gibt es einen Flügel aus dem 17. Jahrhundert.
Historisch gesehen wurden das Tor, der Nordflügel und der Turm zerstört. 1899 begann der Wiederaufbau dieser Teile des Schlosses. Der gewählte Stil war die Neogotik, die damals sehr in Mode war.
Aus der Zeit, als das Schloss Verwaltungszwecken diente, sind einige Einrichtungsgegenstände erhalten geblieben. Ansonsten hat das Schloss viele Veränderungen erfahren. Teile wurden umgebaut, andere dauerhaft entfernt.
Im 21. Jahrhundert können Hamburger und Besucher der Stadt den Park am Schloss besuchen. Der Park wurde während der Amtszeit von Johann Bernhard Wilhelm Lindenberg angelegt, einem bekannten Botaniker. Er ließ den Park anlegen und errichtete zahlreiche Gewächshäuser. Damals war der Park für die Öffentlichkeit geschlossen. Erst im 19. Jahrhundert wurde er zugänglich gemacht. In dieser Zeit begann in Hamburg eine Phase der städtischen Verschönerung, und der Park wurde in einen Landschaftsgarten umgestaltet. Seit 1926 gilt er als architektonisches Denkmal.