Hamburg, oft als Deutschlands Tor zur Welt bezeichnet, hat in den letzten zehn Jahren eine bemerkenswerte Transformation durchlaufen. Die Veränderungen betreffen nicht nur die städtische Infrastruktur, sondern auch Ökologie, Kultur und Medizin. Die Hansestadt, die schon immer eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Landes spielte, präsentiert sich heute noch grüner und fortschrittlicher.
Die Einwohnerzahl ist gestiegen, der Hafen wurde erweitert, die Kultur gestärkt, die Wirtschaft blühte auf – und die Stadt führte zeitweise das Ranking der glücklichsten Städte Deutschlands an. Trotz einiger herausfordernder Phasen in dieser Zeit hat Hamburg alle Widrigkeiten überwunden und entwickelt sich stetig weiter. Mehr dazu auf hamburgfuture.
Urbanes Wachstum und neue Horizonte
Seit 2015 wurden in Hamburg ehemalige Industriegebiete erfolgreich in lebendige Wohnquartiere umgewandelt. Das prominenteste Beispiel ist die HafenCity, Europas größtes innerstädtisches Entwicklungsprojekt. In diesem Viertel verschmelzen Wohnungen, Büros, Geschäfte, Restaurants sowie vielfältige Kultur- und Freizeitangebote. Es entstanden Schulen, grüne Uferpromenaden, und die Architektur verbindet die historischen Konturen der Speicherstadt mit den klaren Linien moderner Bauten.
Kritiker betrachten die HafenCity jedoch als ein privilegiertes Viertel und werfen dem Projekt eine gewisse Exklusivität vor, die es breiteren Bevölkerungsschichten erschwert, dort Wohnraum zu finden. Dennoch hat sich der Stadtteil in den letzten zehn Jahren stark verändert und erweitert: Es gibt nun mehr Parks, Grünflächen, Fußgängerwege und zeitgemäße Wohnhäuser. Darüber hinaus ist für 2028 die Errichtung eines modularen, energieeffizienten Gebäudes geplant, bei dem alternative Baumaterialien wie Keramik und Holz zum Einsatz kommen sollen.
Auch außerhalb der HafenCity gab es umfassende Veränderungen, etwa in den Stadtteilen Altona, Bahrenfeld und Wilhelmsburg. Dort werden aktiv neue Wohnkomplexe gebaut, das Radwegenetz wird ausgebaut und vielfältige öffentliche Räume entstehen. Hamburg wird von Jahr zu Jahr komfortabler für seine Bewohner.
Die Bewährungsprobe der COVID-19-Pandemie
Die Coronavirus-Pandemie war eine der größten Herausforderungen dieses Jahrzehnts. Ab 2020 wurden in Hamburg, wie in ganz Deutschland, das Leben der Menschen stark eingeschränkt: Schulen, Theater und andere öffentliche Einrichtungen blieben geschlossen. Am 27. Februar 2020 wurde der erste Fall in der Stadt gemeldet. Bis zum 5. März 2020 stieg die Zahl der Erkrankungen weiter an. Manche wurden zu Hause behandelt, andere benötigten eine Intensivtherapie. Die Stadt tat alles, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern: Maskenpflicht, verstärkte Handhygiene und Selbstisolation bei den ersten Anzeichen einer Erkrankung.

Lockdowns trafen den Tourismus, die Wirtschaft und führten zu einem Rückgang der Investitionen in die Industrie. Die Arbeitsmöglichkeiten waren eingeschränkt, da Kinder oft zu Hause betreut werden mussten. Doch durch gemeinsame Anstrengungen wurden verschiedene Unterstützungsprogramme für die Hamburger ins Leben gerufen, um die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie abzufedern. Um den Kontakt zwischen den Bürgern zu reduzieren, wurde die Digitalisierung massiv vorangetrieben. Verwaltungsdienstleistungen, Bildung, Handel und Arztkonsultationen wurden, wo immer möglich, in den Online-Modus verlagert, was später zu einem selbstverständlichen Teil des Alltags wurde. Die Behörden unterstützten auch Krankenhäuser, insbesondere das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), das eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung des Virus spielte.
Ab April 2020 führte Hamburg eine Maskenpflicht für alle Personen über 7 Jahren ein. Wer dagegen verstieß, musste mit einem Bußgeld zwischen 500 und 1000 Euro rechnen. Ab Mai gab es leichte Lockerungen, beispielsweise durften sich Verwandte und Partner wieder in Gruppen von bis zu fünf Personen treffen. Ab dem 1. März 2021 waren Friseurbesuche unter der Voraussetzung eines negativen COVID-19-Tests erlaubt.
Mit dem Beginn der Impfkampagne wurden die Einschränkungen schrittweise aufgehoben und die Infektionszahlen sanken. Die Pandemie erwies sich letztlich als treibende Kraft für Veränderungen in der Metropole. Die Stadt bewies, dass es möglich ist, moderne, manchmal radikale Entscheidungen mit der Fürsorge für die Menschen zu verbinden.
Klimapolitik und grüne Dächer
Als starke Wirtschaftsmetropole verursacht Hamburg durch Industrie, Handel und Verkehr natürlich eine hohe Menge an CO₂-Emissionen. Als Antwort darauf wurde der „Klimaplan Hamburg“ verabschiedet, der darauf abzielt, die CO₂-Emissionen bis 2030 deutlich zu senken. Die größten Verursacher sind der Verkehr und die Probleme beschränken sich nicht nur auf die Luftverschmutzung, sondern auch auf die Überlastung der Straßen durch Autos.

Aus diesem Grund wurde das öffentliche Verkehrsnetz ausgebaut, beispielsweise durch die Eröffnung neuer U-Bahn-Linien. Auch die Radwege wurden erweitert und verbessert, was viele Stadtbewohner dazu bewegte, auf das Zweirad umzusteigen und so zur Entlastung der Straßen beizutragen.
Auf den Dächern von Gebäuden wurden Solaranlagen installiert, die Isolierung verbessert, und erneuerbare Energien werden zunehmend zur Wärmeversorgung genutzt. Ein wichtiges Projekt ist das „Hamburg Green Roof Project“ – die Begrünung von Dächern in städtischen Räumen. Diese zusätzlichen Grünflächen können zur Freizeitgestaltung oder für sportliche Aktivitäten genutzt werden. Zudem schützen die Dachgärten vor Hitze, Regen und Schnee und tragen erheblich zur Energieeffizienz bei. Das prominenteste Beispiel für dieses ehrgeizige Projekt ist der Bunker St. Pauli an der Feldstraße. Die Pläne zur Schaffung von Grünzonen auf der Bunkerkuppe wurden bereits 2017 ratifiziert.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Hamburg sich in den letzten zehn Jahren stark verändert hat, dabei aber seine Geschichte bewahrt, die sich mit modernen Innovationen verflicht. Die Metropole ist sicherlich nicht perfekt, aber sie ist grüner, erfolgreicher und gut gerüstet für neue Herausforderungen.
Verwendete Quellen:
- https://www.hafencity.com/stadtentwicklung/soziale-entwicklung
- https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/behoerde-fuer-stadtentwicklung-und-wohnen/projekte-und-kampagnen/hafencity-184860
- https://www.moinzukunft.hamburg/was-bedeutet-klimaschutz-in-hamburg/das-macht-die-stadt-hamburg/hamburger-klimaplan-785108
- https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/bukea/themen/klima/klimaschutz-klimaplan/der-hamburger-klimaplan-kurz-und-knapp-169016?utm_source
- https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/finanzbehoerde/aktuelles/2021-08-31-fb-corona-auswirkungen-praegen-geschaeftsbericht-2020–519582