Die Geschichte Hamburgs wird durch die zahlreichen historischen Gebäude und Sehenswürdigkeiten, die über die ganze Stadt verteilt sind, erzählt. Diese Bauten bewahren die Erinnerungen an vergangene Zeiten und das Leben der Menschen von einst. Tägliche Fußgängertouren ermöglichen es Einheimischen und Touristen, interessante Fakten über die Entstehung der Metropole in verschiedenen Epochen und Stilen zu erfahren. Weiter bei hamburgfuture.eu.
Besonders anziehend sind die historischen Gebäude, von denen viele über 100 Jahre alt sind. Jedes dieser Bauwerke erzählt eine einzigartige Geschichte und zeigt einen unverwechselbaren Stil. Diese Häuser bewahren den Geist der Epoche, in der sie entstanden sind, und erinnern an die Ereignisse der Vergangenheit.
Chilehaus
Ein berühmtes Beispiel alter Architektur ist das Chilehaus. Das Gebäude wurde in den 1920er-Jahren aus Backstein erbaut und gilt als ein Meisterwerk des Backsteinexpressionismus. Sein außergewöhnlicher Baukörper, der an einen Schiffsbug erinnert, hat ihm weltweite Bekanntheit eingebracht. Entworfen wurde es von Fritz Höger, und es repräsentiert die Wiederbelebung des norddeutschen Backsteinbaustils im Expressionismus. Im Jahr 2015 wurde das Chilehaus wegen seiner besonderen Bedeutung für die moderne Stadt in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.
Am besten betrachtet man das Gebäude von der Ostseite. Hier fallen die oberen Etagen, vertikalen Elemente und die geschwungene Fassade entlang der Pumpenstraße ins Auge. Obwohl das Gebäude pompös wirkt, vermittelt es dennoch Leichtigkeit und Eleganz. Die Konstruktion aus Stahlbeton umfasst 4,8 Millionen Backsteine. Auftraggeber war der Schifffahrtsmagnat Henry B. Sloman, der sein Vermögen durch den Salpeterhandel mit Chile erwirtschaftete. Daher wird es auch „Chilehaus“ genannt.

Hamburger Rathaus
Ein weiteres Wahrzeichen Hamburgs ist das historische Rathaus. Es liegt im Zentrum der Stadt und beeindruckt mit seiner Architektur. Dieses prachtvolle Gebäude dient als Sitz des Senats und der Bürgerschaft. Nach dem verheerenden Brand von 1842, der große Teile der Altstadt zerstörte, begann man mit dem Bau eines neuen Rathauses an der Stelle des alten. Die Arbeiten wurden 1897 abgeschlossen, und das Rathaus wurde ein Beispiel für neorenaissance Architektur. Die prächtige Gestaltung und die Verzierungen symbolisieren die wirtschaftliche und politische Macht der Stadt.

Durch die kunstvoll gestalteten Türen betritt man eine Halle mit 16 Porträts berühmter Hamburger Persönlichkeiten. Die Treppen aus sardischem Marmor spiegeln symbolisch den Lebensweg wider. Im „Kaisersaal“ gibt es ein Wandgemälde, das den Handel und die Schifffahrt thematisiert. Im „Turmsaal“ finden festliche Veranstaltungen statt, während der „Phönixsaal“ – benannt nach dem Phönix über dem Kamin – das Wiederaufleben Hamburgs nach dem Brand von 1842 symbolisiert. Im Senatssaal, wo der Rat tagt, sorgt ein großes Glasdach für natürliches Licht. Dieser Dachstil erinnert an die alte Tradition, Versammlungen unter freiem Himmel abzuhalten.
Touristen können das Rathaus im Rahmen einer Führung besichtigen und diese historische Sehenswürdigkeit bewundern. Ein besonderes Highlight der Tour ist der Bankettsaal, in dem das traditionelle „Matthiae-Mahl“ stattfindet, zu dem Ehrengäste wie Kanzler, Monarchen und prominente Persönlichkeiten eingeladen werden. Die beeindruckende Architektur des Rathauses ist ein absolutes Muss.
Alter Elbtunnel
Ein Teil der über 100-jährigen Geschichte Hamburgs ist der „Alte Elbtunnel“. Er wurde 1911 eröffnet und war damals eine Sensation. Der Alte Elbtunnel war der erste Flusstunnel auf dem europäischen Kontinent und wurde gebaut, um den Transport von Waren und Menschen in den Süden der Elbe zu erleichtern, da der Hafen immer weiter wuchs. Der Unterwassertunnel verbindet das Stadtzentrum Hamburgs mit den Hafenvierteln. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Schachtkonstruktion durch Bomben beschädigt, aber die Darstellungen von Volksmotiven und Tieren blieben erhalten.

Der Tunnel hat eine Länge von 426,5 Metern und besteht aus zwei parallelen Röhren. Ursprünglich war er nicht nur für Fußgänger, sondern auch für Pferde und Autos konzipiert. Interessant ist, dass es keine Zufahrtswege gibt; Fahrzeuge und Personen gelangen über Aufzüge in den Tunnel. Dieses einzigartige Bauwerk wurde 2003 als Denkmal der Architektur ersten Grades eingestuft. Zum 100-jährigen Bestehen wurde es als „Historisches Denkmal des Ingenieurbaus in Deutschland“ ausgezeichnet. Heute ist es eine bedeutende historische Stätte und ein beliebtes Ziel für Reisende, die unter Wasser spazieren gehen und die schöne Mosaikkunst bewundern möchten.

Hamburger Börse
Das älteste Gebäude in Deutschland, das seiner ursprünglichen Funktion dient, ist das Gebäude der Hamburger Börse. Es wurde von Wimmel und Forsmann in den Jahren 1839 bis 1841 erbaut. Das Gebäude überstand den Brand von 1842 und die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs. Im Jahr 1941 wurde der zentrale Börsensaal vollständig zerstört. Seit 1949 begann man mit Restaurierungsarbeiten, um die zentrale Halle wiederherzustellen.
In diesem Gebäude werden seit Jahrzehnten wichtige finanzielle Transaktionen abgeschlossen. Neben dem traditionellen Wertpapierhandel erschließt die Börse auch neue Geschäftsfelder wie den Aktienhandel. Das Gebäude ist wegen seines spätklassizistischen Baustils äußerst attraktiv und gilt als eines der schönsten Denkmäler der Stadt. Besucher bewundern die Innenbögen und klassischen Fresken, die die Halle schmücken.
Kirche St. Michaelis
Eine der ältesten Kirchen Hamburgs ist die Kirche St. Michaelis. Sie wurde im Barockstil erbaut und gilt als die schönste Kirche Deutschlands. Erstmals wurde sie 1762 errichtet, aber zweimal zerstört und wieder aufgebaut. Bis heute beeindruckt sie Touristen, die die Hansestadt besuchen. Vom Turm der Kirche aus hat man einen beeindruckenden Blick auf den großen Hafen, das historische Viertel Speicherstadt und die HafenCity.
Nach den Zerstörungen wurde die Kirche restauriert und Anfang des 20. Jahrhunderts fertiggestellt. Der Innenraum ist in Weiß-Gold gehalten, und dort befindet sich die größte Orgel der deutschsprachigen Welt. In der Kirche finden regelmäßig Orgelkonzerte statt, die Musikliebhaber unbedingt besuchen sollten. Führungen sind ebenfalls möglich, sollten jedoch im Voraus gebucht werden.
Die Kirche liegt im südlichen Viertel der Neustadt, und ihr Turm ist von den Schiffen aus gut sichtbar, die den Hamburger Hafen anlaufen. Dieses schöne, historische Bauwerk prägt die Silhouette der Freien und Hansestadt Hamburg. Die Kirche St. Michaelis spielt eine zentrale Rolle im geistlichen Leben der Metropole.