Die St.-Nikolai-Kirche in Hamburg ist ein Symbol der jahrhundertealten Kultur der Stadt, die für ihre neugotische Architektur und ihre dramatische Geschichte bekannt ist. Im Laufe der Jahrhunderte erlebte die Kirche zahlreiche Veränderungen, Zerstörungen und Wiederaufbauten, blieb jedoch stets ein spirituelles und kulturelles Zentrum für die Einwohner und Besucher Hamburgs. In diesem Artikel erzählen wir die Geschichte der Gründung der Kirche, ihres Lebens während des Zweiten Weltkriegs, des großen Wiederaufbaus und der Eröffnung des Kriegsopferdenkmals. Mehr auf hamburgfuture.eu.
Die Gründung der St.-Nikolai-Kirche

Die ehemalige Hauptkirche Hamburgs begann ihre Geschichte im Jahr 1195, als Graf Adolf III. von Schauenburg auf Wunsch der Stadtbewohner, die überwiegend vom Handel und der Schifffahrt lebten, den Bau einer Kapelle anordnete. Die hölzerne Kirche bot Platz für 300 Personen und wurde zu Ehren des heiligen Nikolaus, des Schutzpatrons der Seeleute und Reisenden, benannt.
Zwischen 1240 und 1353 wurde die Kirche mehrmals umgebaut, wobei stets roter Backstein als Baumaterial verwendet wurde. So wurde die St.-Nikolai-Kirche zu einem Backsteinbau mit ersten Elementen des spätgotischen Stils. Durch die Umbauten konnte die Kirche bis zu 1.000 Besucher aufnehmen.

Der Kirchturm der St.-Nikolai-Kirche, der sich über 147 Meter über die Hamburger Skyline erhebt, ist die fünfthöchste Kirchenstruktur der Welt. Der erste Turm wurde 1517 erbaut, war sechseckig, mit einem spitzen Helm versehen und erreichte eine Höhe von 135 Metern. 1589 wurde der Turm jedoch durch einen Blitzschlag zerstört. Spätere Türme wurden durch Stürme oder andere Einflüsse zerstört, bis 1657 ein stabilerer Turm nach den Plänen von Peter Marquardt errichtet wurde.
Im Jahr 1842 fiel die größte Pfarrkirche Hamburgs dem „Großen Brand“ zum Opfer. Innerhalb eines Tages wurden die Kirche, das alte Rathaus und ein ganzer Stadtteil zerstört.
Der Wiederaufbau nach dem Großen Brand

Nach dem Brand entstand eine Bürgerbewegung zur Wiederherstellung der Kirche. Zahlreiche Hamburger spendeten für den Wiederaufbau. Der Grundstein für den Neubau wurde 1846 gelegt, und 1863 wurde die neu errichtete Kirche feierlich eröffnet.

„Operation Gomorrha“ und die Folgen des Zweiten Weltkriegs
In der Nacht des 25. Juli 1943 begann die „Operation Gomorrha“, eine Serie von Bombenangriffen der britischen und amerikanischen Luftwaffe. Die St.-Nikolai-Kirche, die höchste Struktur Hamburgs, wurde stark beschädigt, wobei nur der Turm stehen blieb.
Nach dem Krieg gab es Diskussionen über den Umgang mit den Ruinen. Letztendlich wurde beschlossen, die Überreste nicht wieder aufzubauen, sondern als Mahnmal zu bewahren. 1960 wurde die Ruine in die Liste der historischen Denkmäler Hamburgs aufgenommen.

Wiederaufbau und Denkmal für die Kriegsopfer
1977 wurde die Kirche als Denkmal für die Opfer des Großen Brands und als Museum für die Opfer des Krieges eröffnet. 1987 wurde der Verein „Rettet die Nikolai-Kirche“ gegründet, um die historische Bedeutung der Kirche zu bewahren.

Im Jahr 2005 wurde ein gläserner Panoramalift installiert, der Besucher auf eine 76 Meter hohe Aussichtsplattform bringt. Von hier aus hat man einen beeindruckenden Blick auf die Stadt.
Das Mahnmal St. Nikolai befindet sich in der Hamburger Altstadt (Willy-Brandt-Straße 60) und ist nur zwei Gehminuten vom Hamburger Rathaus entfernt.

Die St.-Nikolai-Kirche steht heute als Zeugnis der Resilienz und spirituellen Stärke Hamburgs sowie als Mahnung an die Folgen des Krieges und die Bedeutung des Friedens.