Hamburg hat von seiner geografischen Lage erheblich profitiert. Insbesondere die entwickelte Hafeninfrastruktur hat die Stadt weltweit bekannt gemacht. Hamburg ist die größte Hafenstadt der Welt, mit einer Gesamtlänge von 100 Kilometern. Die Geschichte, wie aus einem kleinen Hafen ein Gigant des Seehandels wurde, ist faszinierend und langwierig. Mehr Informationen finden Sie auf hamburgfuture.eu.
In der Nähe des Fischmarkts
Archäologen entdeckten die ersten Hafenanlagen am ehemaligen Arm der Elbe, dem Reichenstraßenfleet. Diese stammen aus dem 9. Jahrhundert. Der erste Hamburger Hafen war winzig, mit einem Kai von nur 120 Metern Länge. Erst im 12. Jahrhundert wurde unter Herzog Bernhard II. das erste Hafenbecken angelegt, mit Aufschüttungen aus Sand und Lehm sowie einer Kaimauer. Leider zerstörte die Erste Julianische Flut am 17. Februar 1164 diese Anlagen.
Beim dritten Versuch gelang es, einen Hafen zu schaffen, der viele Jahrhunderte bestand. Der Grundstein für den heutigen Hafen wurde im 12. Jahrhundert gelegt. Der Hauptarm der Alster wurde als Standort gewählt, und für den Ausbau des Hafens wurden Händler, Bootsbauer und Handwerker angeworben. Der Wechsel des Handelszentrums von Lübeck nach Hamburg trug ebenfalls dazu bei.

Das offizielle Gründungsdatum des Hamburger Hafens ist der 7. Mai 1189. Im 14. Jahrhundert begann die Erweiterung des Hafens bis zur Alstermündung. Aufgrund von Dämmen wie dem Reesendamm wurde der Fluss flacher, wodurch Schiffe nicht mehr passieren konnten. Für den Betrieb des Hafens wurde ein Netzwerk von Wasserläufen entwickelt.
Verteidigung und Navigation
Im Jahr 1316 ging die Insel Neuwerk in der Elbmündung gemäß einem Bündnisvertrag in den Besitz Hamburgs über. Dort wurden Verteidigungstürme errichtet, die auch als Navigationshilfen dienten. Diese Maßnahmen zeigten Hamburgs Absichten, auf der Elbe ernsthaft tätig zu werden.

1351 wurde zum Schutz des Hafens der Niederbaum gebaut – ein System von speziellen Bauwerken, die den Schifffahrtskanal zu bestimmten Tageszeiten oder in Notfällen (z. B. während eines Krieges) sperrten.
Schiffbauentwicklung
Die Hafenaktivitäten förderten die Entwicklung des Schiffbaus in der Stadt, der jedoch streng reguliert wurde. Selbst fertige Schiffe konnten nicht vollständig im Besitz ihrer Eigentümer sein.
Hamburger Schiffe wurden im Hafen bevorzugt bedient. Es gab sogar ein ungewöhnliches Gesetz, das Nicht-Hamburgern die Nutzung von in Hamburg gebauten Schiffen untersagte.

Nur Hamburger Bürger durften Schiffe bauen. Einige Schiffbauer begannen, außerhalb der Stadt zu bauen, um das Gesetz zu umgehen, was jedoch zum Verlust der Bürgerrechte führte.
Handelshafenentwicklung
Im 17. Jahrhundert wurde die Stadt aktiv erweitert und gestärkt, was auch den Hafen betraf. Die Gebiete des inneren Hafens wurden mit Holz befestigt, der untere Hafen wurde erweitert.

Im 18. Jahrhundert konnten große Schiffe aufgrund des geringen Tiefgangs der Elbe den Hafen nicht anlaufen. Waren mussten auf kleinere Schiffe umgeladen werden. Der Handel ließ die Stadt wachsen, was die Hamburger Behörden erkannten und beträchtliche Mittel in den Hafen investierten.
Die Kontinentalsperre Napoleons Anfang des 19. Jahrhunderts beeinträchtigte den Handel stark, insbesondere mit Großbritannien. Die Blockade endete 1814, doch der Schaden war bereits angerichtet.
Nach 1814 kehrte der Handel schnell zurück, und Hamburger Handelshäuser eröffneten Filialen im Ausland, was zur Transformation des alten Hafens beitrug.
Erfolgreiche Modernisierung
Im 19. Jahrhundert wurde der Hafen umfassend modernisiert. Elektrische Kräne und Winden erleichterten die Arbeit erheblich, und 1866 wurden Eisenbahnschienen direkt an den Hafen angebunden.

Freihafenstatus
Nach dem Deutsch-Französischen Krieg wurde Hamburg zum Freihafen. Ab 1883 wurde ein neuer Plan zur Hafenerweiterung entwickelt, der die Räumung von Wohngebieten erforderte.

Im 20. Jahrhundert beeinflussten Kriege und Krisen die Hafenentwicklung erheblich. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg dauerte der Wiederaufbau bis 1956, doch die frühere Handelsmacht konnte nicht vollständig wiederhergestellt werden. Heute bleibt der Hamburger Hafen ein wichtiger moderner Hafen.