Montag, Februar 9, 2026

Die Geschichte der Alsterfontäne in Hamburg

Hamburg wird untrennbar mit der Schönheit der Elbe und der Alster in Verbindung gebracht. Die Stadt der tausend Brücken und Kanäle zieht jährlich unzählige Touristen an, die kommen, um historische Sehenswürdigkeiten zu erkunden und die malerische Kulisse zu genießen. Wer das beeindruckende Panorama der Alster betrachtet, bemerkt sofort die „Alsterfontäne“.

Dieses Wahrzeichen der Metropole sprudelt jedes Jahr von März bis November und zwar seit dem 18. April 1987. Der Fontänestrahl inspiriert die Menschen, die ihn von der Uferpromenade aus beobachten und die unvergleichlichen Licht- und Wasserspiele bewundern. Mehr dazu bei hamburgfuture.

Entstehungsgeschichte und Betrieb

Die Geschichte der „Alsterfontäne“ begann 1986 mit der Idee des Fernsehmoderators Karlheinz Hollmann. Als er aus dem Flugzeug einen Fontänenstrahl auf dem Genfer See sah, war er sofort Feuer und Flamme für die Idee, einen ähnlichen Fontänenstrahl auf der Binnenalster zu installieren. Zurück in Hamburg, schlug er dem damaligen Bausenator Eugen Wagner und dem Innensenator Alfons Pawelczyk vor, eine solche Attraktion zu schaffen. Die Idee fand Anklang, doch es galt noch, den Baudirektor Egbert Kossak zu überzeugen.

Vor dem großen Stadtmodell Hamburgs installierte Hollmann kurzerhand ein Modell des Fontänenstrahls – direkt auf der Binnenalster, genau auf der Achse zum Hotel „Vier Jahreszeiten“. So gelang es ihm, den Baudirektor von der Realisierung dieses Wahrzeichens zu überzeugen. Schon bald fanden sich Sponsoren wie „Blohm + Voss“ und weitere Unternehmen, die mithalfen, das Projekt zu finanzieren. Seitdem schießt der mächtige Wasserstrahl auf eine Höhe von etwa 50 Metern und ist zu einem echten Symbol der Metropole und einer beliebten Fotokulisse für Touristen geworden.

Technische Details im Fokus

Die „Alsterfontäne“ gilt als echtes technisches Wunderwerk, das an den Hamburger Wind angepasst ist. Bei Windstärke 6 reduziert sich die Höhe des Fontänenstrahls automatisch auf 30 Meter. Die Anlage befindet sich auf der Binnenalster, gesteuert wird sie von der Alstertouristik am Jungfernstieg. Mit einem Druck von 6 Bar werden stündlich etwa 170.000 Liter Wasser durch die Düsen des Brunnens gepresst. Angetrieben wird die Pumpe von einem Elektromotor mit einer Leistung von 85 kW/h. Pro Saison kann die Pumpe bis zu 380.000 kWh Strom verbrauchen, was dem Jahresverbrauch von rund 70 Einfamilienhäusern entspricht.

Ein spezielles Zirkulationssystem sorgt dafür, dass die Fontäne kein neues Wasser benötigt – sie nutzt das bereits im Gewässer vorhandene Wasser. Im April 2007 musste die Fontäne aufgrund eines beschädigten Unterwasserkabels, das die Stromversorgung des Wahrzeichens sicherstellte, für einige Wochen außer Betrieb genommen werden. Nach ihrer Wiedereröffnung wurde sie noch umweltfreundlicher, da die Energieversorgung auf Ökostrom umgestellt wurde. Zudem wurde die Pumpe erneuert, um Strom zu sparen. Seit 2019 wird der Betrieb der Fontäne von der Freien und Hansestadt Hamburg koordiniert, vertreten durch das Bezirksamt Hamburg-Mitte und in Abstimmung mit dem Unternehmen „Hamburg Wasser“.

Abends wird die Fontäne beleuchtet – ein echtes Schauspiel. Die Plattform ist mit leistungsstarken Scheinwerfern ausgestattet, die die Wassersäule illuminieren und die Illusion einer „Wasser-Show“ erzeugen. Dieser Effekt wurde nach der Erneuerung der Beleuchtungsanlage hinzugefügt. Im Winter wird auf der Plattform ein Weihnachtsbaum aufgestellt, der inmitten der gefrorenen Alster funkelt. Etwa 1.300 Lichter erstrahlen dort, wofür ebenfalls Energie benötigt wird. Dies schafft zur Advents- und Weihnachtszeit eine besinnliche Atmosphäre in Hamburg. Bemerkenswert ist, dass der Baum jedes Jahr von einem anderen Unternehmen gespendet wird.

Kosten und kulturelle Bedeutung

Der Betrieb der Fontäne ist natürlich nicht umsonst: Der hohe Energieverbrauch schlägt mit rund 90.000 Euro jährlich zu Buche, eine Summe, die von Sponsoren getragen wird. Zu diesem Zweck wurde 1987 die „Stiftung Binnenalster“ gegründet, die sich um die Organisation von Sponsorengeldern und Spenden kümmert. Neben dem Hauptsponsor „Hamburg Wasser“ finanzieren unter anderem auch „Blohm+Voss“, die „Alster-Touristik GmbH“ und das Hotel „Vier Jahreszeiten“ den Unterhalt und Betrieb der Fontäne. Auch viele Privatpersonen leisten Spenden, darunter Sebastian Klein, der seit 2012 Mitglied des Kuratoriums ist und regelmäßig in den Erhalt der „Alsterfontäne“ investiert. Ein weiterer Kuratoriumspartner, Ingo Fischer, ist überzeugt, dass der Weihnachtsbaum ein fester Bestandteil Hamburgs ist und die Tradition finanzielle Unterstützung benötigt. Bei Stadtfesten, wie zum Beispiel dem Hafengeburtstag, wird die Fontäne regelmäßig zu einer festlichen Installation.

Anfangs wurde die Fontäne skeptisch beäugt, da ein solches Objekt auf dem See ungewohnt war. Doch mit der Zeit wurde der Wasserstrahl zu einem Teil der Identität der Metropole. Stadtgäste bewundern das schöne Wahrzeichen von Booten aus, während die Hamburger es täglich von den Ufern sehen, wo es jede Promenade verschönert.

Im Winter ruht der Betrieb, aber im Frühjahr ist das Wiederanschalten ein echtes gesellschaftliches Ereignis. Touristen und Einwohner kommen zusammen, und ein Moderator gibt das Startsignal zum Drücken des roten Knopfes und zum Start des Wasserstrahls. Als Hamburger Wahrzeichen symbolisiert die Fontäne den Frühlingsbeginn und ist die beliebteste Fotokulisse der Stadt.

Die „Alsterfontäne“ ist somit ein wahres Juwel der Metropole, das das Stadtbild Hamburgs verändert hat. Sie ist nicht nur ein Bauwerk, sondern ein Symbol der Stadtseele, die in der abendlichen Stille aufleuchtet. Solange die Menschen ihre majestätische Wassersäule sehen, bleibt Hamburg frei und weltoffen.

Verwendete Quellen:

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