Montag, Februar 9, 2026

Die Geschichte der alten Hamburger Brücke – Lombardsbrücke

Im Freien und Hansestadt Hamburg beeindrucken die Brücken mit ihrer Vielfalt. Keine andere Stadt in Europa hat so viele Brücken gebaut. Ihre genaue Anzahl bleibt bis heute unbekannt. Diese architektonischen Bauwerke überspannen Straßen, verbinden Flussufer und Kanäle und schaffen zusammen mit Gebäuden verschiedener Epochen und Stile das unverwechselbare Stadtbild. In diesem Artikel berichten wir über eine der ältesten Brücken Hamburgs – die Lombardsbrücke. Mehr auf hamburgfuture.eu.

Die Baugeschichte der Lombardsbrücke

Die Lombardsbrücke – eine Straßen- und Eisenbahnbrücke über die Alster in Hamburg – wurde nach einem Pfandhaus benannt, das 1651 auf einem Teil der Hamburger Wälle, dem „Bastion Didericus“, errichtet wurde. Die Lombardsbrücke ist historisch und städtebaulich interessant und hat eine große verkehrstechnische Bedeutung. Ihre Geschichte begann mit dem Bau des großen „Verteidigungsrings“ Hamburgs zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Ursprünglich war sie eine reine Fußgängerbrücke, die ab 1740 auch für Pferdewagen genutzt wurde.

Die Holzbrücke wurde durch ein steinernes Bauwerk ersetzt, das 1864 vom Hamburger Bauinspektor Johann Hermann Maack entworfen wurde. Unter seiner Leitung wurde die Brücke gebaut und am 18. Juli 1868 für den Fahrzeugverkehr und am 12. Dezember 1868 für die Schifffahrt freigegeben.

Die Lombardsbrücke wurde zu Maacks bekanntestem Bauwerk. Der Ingenieur positionierte die Brücke entlang der Mittelachse der Binnenalster, sodass ihre drei Bögen aus jeder Perspektive der Alster sichtbar waren. Die neue Brücke aus Ziegeln und Steinblöcken wurde allgemein gelobt. Ihre harmonischen Linien mit drei fast identischen Korbbögen ergänzten perfekt die Schönheit der Alsterlandschaft. Dieses steinerne Bauwerk für Straßen- und Eisenbahnverkehr wurde zu einem Wahrzeichen der Stadt. Besonders beeindruckend ist die Ansicht der dreibogigen Gewölbebrücke von der Außenalster mit dem charakteristischen Hamburger Panorama im Hintergrund.

Die 69 Meter lange Lombardsbrücke ist eine malerische Verbindung über die Alster, die die alte Route der Stadtbefestigung markiert. Sie dient täglich nicht nur als Verbindung zwischen der Binnen- und Außenalster für Autofahrer und Radfahrer, sondern auch für alle, die die Alsterpanoramen genießen möchten, da es hier einen herrlichen Aussichtspunkt auf das Rathaus und den Alsterbrunnen gibt.

Architektonische Besonderheiten und Umbauten

Die Lombardsbrücke ist ein herausragendes Beispiel für die harmonische Verbindung von Architektur und Ingenieurskunst. Diese Brücke im Herzen der Stadt besticht durch ihre elegante Konstruktion und ihr feines Design, die ihr ein einzigartiges Erscheinungsbild verleihen.

Die großen Pfeiler aus sächsischem und Harzer Granit ruhen auf einer Pfahlgründung. Der Hauptteil der Brücke – der Überbau – wurde mit rotem Klinker ausgeführt, während der untere Teil der Bögen mit gelbem Klinker und rhombenförmigen Einsätzen aus rotem Klinker verkleidet ist. Gusseiserne Kandelaber mit fünf kugelförmigen Lampen befinden sich auf Sockeln der steinernen Balustrade. Sie wurden 1868 vom Bildhauer Karl Berner gestaltet. Die unteren Teile der Kandelaber sind mit Figuren von Musikanten und zahlreichen Symbolen verziert: dem Hamburger Wappen, einem Schwan als Symbol der Alster, einem Delfin für die Elbstädte, einem Anker für die Schifffahrt sowie Kränzen aus Lorbeer- und Eichenlaub, die den Handel symbolisieren.

Im Laufe ihrer Geschichte wurde die Lombardsbrücke mehrfach umgebaut, etwa bei der Modernisierung des Eisenbahnsystems zu Beginn des 20. Jahrhunderts. So wurde die Brücke 1902 von 32 auf 48 Meter verbreitert, um die Eisenbahn auf vier Gleise zu erweitern, was gleichzeitig eine Verbreiterung der Straße erforderte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Lombardsbrücke den zunehmenden Verkehr nicht mehr bewältigen. Um die Brücke zu entlasten, wurde 1953 beschlossen, 50 Meter nördlich eine neue Brücke zu bauen – die Neue Lombardsbrücke, die seit 1963 als Kennedybrücke bekannt ist. Die zweite Brücke wurde nach einem Entwurf des Hamburger Architekten Bernhard Hermkes gebaut. Ihre Konstruktion erlaubt es, die Lombardsbrücke bei der Betrachtung von der Außenalster aus zu sehen. Zwischen den Brücken befinden sich Wege und verschiedene Pflanzen, wodurch das gewohnte Bild der Lombardsbrücke im Hamburger Panorama erhalten blieb.

Die Lombardsbrücke ist eines der ikonischen architektonischen Elemente Hamburgs. Sie verbindet nicht nur verschiedene Stadtteile, sondern auch verschiedene Epochen der Geschichte und prägt das einzigartige Stadtbild am Wasser.

Latest Posts

....... . Copyright © Partial use of materials is allowed in the presence of a hyperlink to us.