Montag, Februar 9, 2026

Die Geschichte des Gefängnisses Hamburg – „Santa Fu“

Das bekannteste Strafvollzugszentrum Deutschlands ist das Gefängnis „Santa Fu“. Offiziell trägt es den Namen „Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel“. Ursprünglich befand sich die Anstalt in Hamburg-Fuhlsbüttel, nach einer Grenzänderung wurde sie jedoch in Hamburg-Ohlsdorf verlegt. Weiter auf hamburgfuture.eu.

Das Gefängnis ist allen Einheimischen bekannt, und seine Geschichte weckt das Interesse von Touristen. Es ist nicht nur für seine Bedeutung im Rechtssystem der Stadt bekannt, sondern auch für seine tragische Geschichte, insbesondere während der Herrschaft des NS-Regimes.

Historische Fakten

Die heutige Gefängnisanlage wurde am 15. August 1879 in Betrieb genommen. Das Projekt zur Entwicklung und Errichtung des Gefängnisses zielte darauf ab, ein modernes Strafvollzugssystem zu schaffen. Es wurde nach dem Prinzip des „Panoptikums“ gebaut – einer Struktur, die eine unsichtbare Überwachung der Gefangenen ermöglicht.

Das Gefängnis von heute bietet Platz für 800 Insassen, in der Vergangenheit waren es bis zu 500 Personen. 1891 wurde Haus IV zur Unterkunft für 350 weibliche Gefangene, ein Jahr später wurde Haus III zum Heim für 115 jugendliche Häftlinge. Später wurde die Anstalt inoffiziell „Santa Fu“ genannt – ein Name, der sich aus einer Abkürzung zusammensetzt. Die Realität des Gefängnislebens war jedoch alles andere als friedlich.

NS-Zeit

1933 wurde in Gebäude II das Konzentrationslager „KoLaFu“ eingerichtet, das später in Gebäude IV verlegt wurde. Es wurde ein schrecklicher Ort, an dem Opfer des NS-Regimes und politische Gefangene festgehalten wurden. Dort wurden Juden, Sozialisten und andere als Staatsfeinde angesehene Menschen gefoltert. Die Bewachung des Lagers übernahmen SS-Mitglieder, und „KoLaFu“ wurde schnell zum Symbol für Leiden, Schrecken und Tod.

Von Oktober 1944 bis Februar 1945 wurden Teile der Gebäude als Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme genutzt. Fast alle verhafteten Mitglieder des Widerstands in Hamburg wurden nach „KoLaFu“ geschickt. Ebenso landeten dort Zeugen Jehovas, Regimegegner, Mitglieder der „wilden“ Jugend sowie Menschen, die die Nazis als asozial oder berufskriminell einstuften. Während des Zweiten Weltkriegs wurden auch ausländische Gefangene dorthin deportiert. Bis zur Befreiung im Mai 1945 starben im Gefängnis über 200 Menschen – durch Misshandlungen, Folter, Morde oder Selbstmorde. Diese Zeit markiert ein schreckliches Kapitel in der Geschichte Hamburgs.

Der heutige Zustand des Gefängnisses

Quelle: fuhlsbuettel.gedenkstaetten-hamburg.de

Nach dem Krieg wurde eine umfangreiche Reform durchgeführt, um die Verwaltung der Justizvollzugsanstalt zu einem Symbol des Rechtsstaats zu machen. In den 1960er- und 1970er-Jahren erlebten Deutschland und Hamburg eine Welle von Kriminalität, und so landeten in diesem bekannten Gefängnis führende Kriminelle, Terroristen und Organisatoren spektakulärer Verbrechen.

Heute gilt „Santa Fu“ als das größte Gefängnis, dessen Infrastruktur regelmäßig modernisiert wird. Baumaßnahmen schaffen Raum für Resozialisierungsprogramme. Das Gefängnis verfügt über ein eigenes Krankenhaus, eine Warenproduktion unter der Marke „Santa Fu“ und einen Sportverein, der an verschiedenen Sportarten teilnimmt. Es gibt auch ein Tischtennisteam und eine Fußballmannschaft, die ausschließlich Heimspiele austrägt, da den Insassen das Verlassen des Geländes verboten ist.

Am Eingang der Anstalt befindet sich ein Gedenkort für das Konzentrationslager und das Gefängnis. Auf einer Gedenktafel sind die Namen der Gefangenen und Ermordeten verzeichnet. Die Ausstellung informiert über das Lager, beschreibt den Widerstand und zeigt Originalgegenstände sowie eine rekonstruierte Einzelzelle. „Santa Fu“ symbolisiert nicht nur die tragischen Ereignisse der Vergangenheit, sondern auch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft für die Insassen nach ihrer Rehabilitation.

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