Hamburg wird zu Recht als die schönste Stadt Deutschlands bezeichnet. Der Vergleich zwischen Hamburg und Venedig trägt wesentlich dazu bei: Die Stadt verfügt über mehr als hundert Brücken, von großen Verkehrsbrücken bis hin zu kleinen Fußgängerbrücken.
Die älteste Brücke Hamburgs ist die Zollenbrücke, während die Hamburger die Brücke über die Norderelbe als die schönste ansehen. Was macht diese Brücken so bekannt und warum lieben die Hamburger sie so sehr? Mehr auf hamburgfuture.eu.
In der Nähe der Flottstraße
Die Zollenbrücke wurde 1633 erbaut. Damals verlief unter ihr die Gröningerstraße – eine Straße in der Altstadt, die als Flottstraße bekannt war.
Ihren Namen verdankt die Brücke einer nahegelegenen Zollstation. 1355 befand sich in der Nähe der ersten Version der Brücke die Zollstation „Schauenburger Zoll“. Damals führten die Stadtherren Zölle für die Einfuhr von Waren durch Ausländer ein, geregelt durch den Gottorper Vertrag. Aufgrund dieser Nähe erhielt die Brücke von der Bevölkerung verschiedene Beinamen wie „Kranbrücke“ oder „Brücke bei den Waagen“. Während der schweren Bombenangriffe auf Hamburg im Zweiten Weltkrieg wurde die Brücke erstaunlicherweise nicht zerstört. In den 1950er-Jahren verband die Zollenbrücke die Straßen Brodschrangen und Bei der Alten Börse im Norden mit der Grimmstraße im Süden.

Die Zollenbrücke hat eine Gesamtlänge von 25 Metern. Als Baumaterial wählte man Sandstein. Die Brücke ruht auf drei Bögen. Wie viele Bauwerke vergangener Zeiten wurde sie architektonisch aufwendig gestaltet. So ziert ein steinernes Wappen Hamburgs die Brücke, das sich auf der Seite des Nikolaifleets befindet.
Architektonische Besonderheiten der Zollenbrücke
Architekten schmückten die Brücke mit schönen Geländern und Laternen, die aus dem 19. Jahrhundert stammen. Einmal entschied die Stadtverwaltung, die Brücke zu verbreitern, um ihre Kapazität zu erhöhen. Dies geschah durch die Hinzufügung von Konsolen, die seitlich von der Brücke abstanden. Diese Änderungen wurden in den 1870er-Jahren durchgeführt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Erweiterung jedoch entfernt, und die Brücke erhielt ihr ursprüngliches Aussehen zurück. Seitdem ist die Zollenbrücke eine reine Fußgängerbrücke.
Besonderes Augenmerk legten die Erbauer auf die Geländer, die aus Gusseisen im klassizistischen Stil mit Kandelabern gefertigt wurden. Seit 1943 gelten sie als architektonisches Denkmal. Die Geländer wurden in der Werkstatt von David Christopher Mettlerkamp gegossen, und der Bildhauer war Otto Sigismund Runge. Dokumenten zufolge wurden sie 1835 hergestellt.
Die Brücke über die Norderelbe – Norderelbbrücken
Diese Brücke gilt als die schönste Hamburgs. Ihre Geschichte begann bereits 1870, als der Bedarf entstand, mehrere Brücken über die Elbe zu bauen. Die Elbe hat in Hamburg zwei Arme: die Norderelbe und die Süderelbe. Der Ingenieur Hermann Lohse, der große Erfahrung im Bau von Eisenbahnbrücken hatte, entwarf das Projekt für die neue Brücke. Der Bau einer Autobrücke stellte eine besondere Herausforderung für Lohse dar. 1887 wurde die Brücke über die Norderelbe offiziell eröffnet.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Norderelbbrücke verstärkt, da die Belastung gestiegen war. Neue Stützen wurden hinzugefügt, um die vertikale Last zu tragen. Viele vergleichen das Aussehen der Brücke mit einem Märchenbauwerk. Sie überstand die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs nur durch ein Wunder, obwohl viele Gebäude in ihrer Nähe zerstört wurden. Feindliche Truppen planten, die Brücke zu sprengen, da sie eine wichtige Verkehrsverbindung war. Doch dank des Einsatzes von Generalmajor Alwin Wolz konnte die Brücke in letzter Minute gerettet werden. Nach der Kapitulation Hamburgs zogen englische Panzer unter ihren Bögen hindurch. In den 1960er-Jahren wurde die Brücke erweitert, um dem wachsenden Autoverkehr gerecht zu werden.
Auf der Norderelbbrücke befinden sich alte Symbole und das Wappen Hamburgs, wodurch sie nicht nur ein märchenhaft schönes Bauwerk, sondern auch ein historisches Denkmal darstellt.