In früheren Zeiten waren Hotels, damals auch Gasthöfe genannt, sowohl für die arme Stadtbevölkerung als auch für die wohlhabenden Schichten gedacht. Eines der ältesten Hotels Hamburgs ist der Kaisershof (Hotel Kaisershof).
Das Gebäude wurde 1619 erbaut und damals als Palast bezeichnet. Es war zunächst in Privatbesitz. Doch alles der Reihe nach. Mehr auf hamburgfuture.eu.
Ein Stück Renaissance
1726 kaufte die Stadt den Palast, um darin ein luxuriöses Hotel für die wohlhabende Bevölkerung einzurichten. Die Wahl fiel nicht zufällig auf den Kaisershof. Für die Einwohner war der Palast ein lebendiges Symbol der Renaissancezeit.
Der Kaisershof befand sich in der Altstadt am Ufer der Nessa. Gegenüber lag die Hamburger Bank, die 1619 gegründet wurde. In der Nachbarschaft befanden sich außerdem das Rathaus und die Börse am Trostbrücke.
Die Architekten hielten sich bei der Gestaltung der Fassade strikt an den Stil der Renaissance. Als Baumaterial wurde Sandstein verwendet, ein leicht zu bearbeitendes Material, das aufwändige Steinmetzarbeiten ermöglichte. Die Vorderseite des Gebäudes war reich verziert, mit zahlreichen Zeichnungen und Abbildungen. Diese Seite war ein wahres Kunstwerk. Doch als das Hotel in den Besitz der Stadt überging, wurde entschieden, die Verzierungen zu entfernen. Die Stadtverwaltung ließ die Dekorationen abnehmen und später in den Hof des Museums für Kunst und Gewerbe in St. Georg bringen.
Es wurde beschlossen, die geschnitzte Fassade durch eine schlichtere Backsteinfassade mit einem hervorstehenden Turm zu ersetzen. 1873 wurde das Gebäude des Kaisershofs abgerissen. Nur wenige Teile, wie der Giebel, konnten gerettet und an anderen Orten aufbewahrt werden. Aus unbekannten Gründen musste das Gebäude zerstört und das Hotel geschlossen werden.

Eine Herberge für herausragende Reisende
1726 fiel die Aufmerksamkeit der Stadtverwaltung auf ein altes Haus, das den Erben der Familie von Holten gehörte. Die Entscheidung basierte weniger auf der äußeren Schönheit des Gebäudes als vielmehr auf dessen Lage. Das von Holten-Haus befand sich im Zentrum der Altstadt, umgeben von zahlreichen städtischen und finanziellen Einrichtungen. Diese zentrale Lage war ideal für ein Hotel. Alle wohlhabenden ausländischen Besucher Hamburgs übernachteten im Kaisershof. Deshalb richtete die Stadtverwaltung auch eine Wechselstube im Hotel ein. Diese war zwar nur von kurzer Dauer, zog aber dennoch wohlhabende Gäste an. Die Hamburger Behörden investierten viel, um die Elite in die Stadt zu locken, und erlaubten sogar die Abhaltung von Bällen im Hotel, da die Größe des Gebäudes dies ermöglichte.
Der Kaisershof zog jedoch nicht nur Kaiser und Könige an. Die Freimaurer hatten im Hotel ihr eigenes, speziell eingerichtetes Logenhaus, das 1743 gegründet wurde. Hauptmieter des Hotels war damals François Guillaume. Die Freimaurerloge war ein Versammlungsort für Mitglieder der Freimaurer, um Zusammenkünfte abzuhalten und wichtige Fragen zu klären. Historiker vermuten, dass der Kaisershof das älteste Gebäude ist, in dem deutsche Freimaurer tagten.
Das Hotel diente im Laufe seiner Geschichte verschiedenen Zwecken. Von 1757 bis 1759 war es Sitz eines Gerichts. Das Gericht war zuvor in einem Anbau neben dem Rathaus untergebracht, der jedoch abgerissen wurde. Während der dreijährigen Bauzeit eines neuen Gebäudes tagte das Hamburger Gericht in der Nachbarschaft des Hotels und der Freimaurerloge.
Verheerender Brand
1842 brach in der Umgebung des Hotels ein Brand aus. Das Dach des Kaisershofs brannte zweimal, doch das Gebäude blieb erhalten. Währenddessen wurden die benachbarten Gebäude der Börse, des Rathauses und der Bank vollständig zerstört. An der Stelle des alten Rathauses entstanden eine neue Börse und die Patriotische Gesellschaft.
Nach dem Brand war das Hotel kaum noch bewohnbar. Mit jedem Jahr entstanden in Hamburg neue Hotels und Gasthöfe, mit denen der alte Kaisershof nicht konkurrieren konnte. Aus sentimentalen Gründen hielt die Stadtverwaltung das Gebäude noch einige Zeit aufrecht. 1871 wurde es schließlich an ein großes Bauunternehmen verkauft und abgerissen.