Hamburgs Gewässer sind nicht nur die Elbe, sondern auch die Alster, die Bille und ihre Nebenflüsse sowie zahlreiche Bäche, Kanäle und Fleete. Hamburg, wie auch Amsterdam und Venedig, zeigt sich vom Wasser aus besonders eindrucksvoll. Eine Fahrt mit der Fähre bietet eine großartige Gelegenheit, die Stadt aus einer ungewohnten Perspektive kennenzulernen. In diesem Artikel erzählen wir die Geschichte der Entstehung und Entwicklung der Hamburger Fähren, eines der beliebtesten Verkehrsmittel der Hafenstadt. Mehr auf hamburgfuture.eu.
Die erste Hamburger Fährgesellschaft „HADAG“

Im 19. Jahrhundert, mit dem Wachstum der Handels- und Industriemöglichkeiten, entstand die Notwendigkeit für eine zuverlässige und effiziente Verkehrsanbindung zwischen den Wohngebieten und Arbeitsplätzen Hamburgs. Die Gründung der ersten Fährgesellschaft in Hamburg erleichterte nicht nur den Transport von Menschen und Gütern, sondern leitete auch eine neue Ära in der Geschichte des städtischen Verkehrs ein, die Handel und Tourismus weiter vorantrieb.
Am 8. August 1888 wurde in Hamburg die erste Schifffahrtsgesellschaft, die „Hafen-Dampfschiffahrt-Actien-Gesellschaft“ (HADAG), gegründet. Ende 1890 verfügte die HADAG bereits über 22 Gebäude und 47 Schiffe, die bald die markanten HADAG-Farben trugen: grüne Rümpfe und weiße Aufbauten.

Die HADAG wuchs weiter. Neue Hafenanlagen und Fabriken wurden gebaut, der Bedarf an Transportmitteln stieg, und die HADAG setzte immer mehr Schiffe ein. Ein großer Fortschritt für die Fahrgäste war der gemeinsame Tarif, der 1928 von der HADAG und der Hamburger Hochbahn AG (HHA) eingeführt wurde. Diese Tarifgemeinschaft war der Vorläufer des Hamburger Verkehrsverbunds (HVV), der 1965 gegründet wurde. Ab diesem Zeitpunkt konnten Fahrgäste mit einem Ticket U-Bahn, Straßenbahn, Wasserfahrzeuge und später auch Busse nutzen. 1925 nahm das erste Motorschiff der HADAG, die „Jan Molsen“, den Betrieb auf und bot Platz für 3000 Passagiere. Bereits 1929 beförderte die HADAG mit 76 Schiffen 16 Millionen Passagiere.

Der Zweite Weltkrieg und seine Folgen
Der Zweite Weltkrieg brachte erhebliche Veränderungen und Verluste für die HADAG mit sich: Viele Fahrten wurden eingestellt, 12 Schiffe gingen verloren, und die übrigen erlitten teilweise schwere Schäden. 1952 eröffnete die HADAG gemeinsam mit der HAPAG Seebäderfahrten nach Cuxhaven, Helgoland und Sylt und ließ 1955 ihr erstes neues Seebäderschiff, die „Wappen von Hamburg“, zu Wasser. 1958 erreichte die HADAG mit 21,3 Millionen Passagieren ihren Höchststand im Hamburger Hafenfährverkehr.

Entwicklung der Fähren und bekannte Routen
Hamburg ist bekannt für seine zahlreichen Wasserwege und die gut ausgebaute Fährinfrastruktur, die ein integraler Bestandteil des Tourismus geworden ist.
Ein Beispiel ist die Verbindung zur Elbphilharmonie, die während ihres Baus als essentiell für die touristische Anbindung erkannt wurde. So nahm die Linie „HADAG 72“ im Jahr 2012 ihren Betrieb auf und verbindet seitdem St. Pauli (Landungsbrücken, Brücke 1) mit der Elbphilharmonie. Dies verbesserte die touristische Infrastruktur erheblich. So beförderte die HADAG 2014 mehr als 8 Millionen Passagiere.

Interessanterweise verfügt Hamburg über 7 Fährlinien mit mehr als 20 Schiffen, die insgesamt 20 Anlegestellen bedienen. Diese Linien sind Teil des öffentlichen Nahverkehrs und erfordern keinen zusätzlichen Fahrschein, wenn man über eine Tageskarte verfügt. Einige der beliebtesten Routen sind:
- Fähre 62: Die bekannteste Route, die oft mit einer Touristenkreuzfahrt verglichen wird. Sie führt entlang der Hauptsehenswürdigkeiten an der Elbe und bietet auf dem Rückweg einen Blick auf die berühmten Werftdocks.
- Fähre 72: Die kürzeste, aber beeindruckende Route, die die wichtigsten touristischen Ziele Hamburgs verbindet. Sie fährt zwischen der Elbphilharmonie und den Landungsbrücken und bedient auch die Haltestelle Arningstraße.
- Fähre 73: Diese Route startet am Theater im Hafen und führt entlang eines Elbarms zum Ernst-August-Schleusentor. Hier können Fahrgäste die Werften aus nächster Nähe erleben.

Dank seiner Lage an der Elbe hat Hamburg ein einzigartiges Netz von Fährlinien entwickelt. Diese sind ein beliebtes Verkehrsmittel für Einheimische und Touristen und bieten unvergessliche Fahrten zwischen den wichtigsten Stadtteilen und Sehenswürdigkeiten, während sie die Geschichte Hamburgs erlebbar machen.